DIE RINGANA STORY
Kosmetik - frisch, steirisch und direkt
Weil frisch hergestellte Kosmetik und Nahrungsergänzung nicht im Regal vergammeln darf, suchte Ringana aus
dem steirischen Hartberg den direkten Weg zum Kunden. Und fand mit dem Direktvertriebsprofi Vorwerk einen
starken Partner für die Expansion.
Begonnen hat alles 1993 mit einer Zahnpasta, die der Spross von Andreas Wilfinger, 41, und Ulla Wannemacher, 38,
vor über 15 Jahren aus dem Kindergarten mit heimbrachte. Wilfinger: „Damals gab es noch die Zahnputztante, die den
Kindern Proben mitgegeben hat.“ Und weil Wilfinger und Wannemacher mit 21 und 18 sehr junge Eltern waren, die alles
perfekt machen wollten, wollten sie wissen, was in so einer Zahnpasta eigentlich drinnen ist. Wilfinger: „Dabei hat sich
herausgestellt, dass das Produkt Natriumlaurylsulfat enthält - ein Tensid, das hautreizend wirken kann. Und Triclosan -
eine halogenorganische Verbindung, die die schützende Keimflora der Haut stark reduzieren kann und ebenfalls als ein
bedenklicher Stoff in Pflegeprodukten gilt. Das ist dann in einer Zahnpasta. Übrigens bis heute. Ich hab mir gedacht:
Wie kann das sein? Wir waren damals so idealistisch wie
heute und haben beschlossen, das machen wir anders und selbst.“
Herausgekommen ist Ringana, das einzige Unternehmen weltweit,
das Kosmetika und mittlerweile auch Nahrungsergänzungen frisch,
tierversuchsfrei und, wo entsprechende Rohstoffe vorhanden sind,
auch biologisch zubereitet.
Wilfinger: „Unserer Philosophie ist, dass wir als Menschen Naturprodukte sind und deshalb unser größtes Organ
(Anmerkung: die Haut) mit Natur zu pflegen haben. Das ist wie bei Nahrungsmitteln. Wenn man in den Supermarkt geht,
kauft man sich tendenziell eher die Frischmilch und nicht die Haltbarmilch. Man kauft nur bei speziellen Bedürfnissen
Produkte, die länger haltbar sind, weil man instinktiv weiß, dass frische Produkte gesünder sind. Und in den meisten
Fällen stimmt das auch.“ Mit seit drei Jahren zweistelligen Wachstumszahlen und aktuell 25 Mitarbeitern am Sitz im
steirischen Hartberg erzielte Ringana zuletzt 2009 einen Umsatz von 6,5 Millionen Euro. Frischware statt Fleischpappe
Eine „Teilschuld“ an der Gründung von Ringana trägt aber auch der Vater von Andreas Wilfinger, der schon in den
1970er-Jahren aus seinem Rasthaus an der Wechselstraße eine Gesundheits- und Beautyfarm gemacht hatte. Dort
sah sich Wilfinger Senior jedoch mit unangenehmen Fragen zu den angebotenen Schönheitsprodukten konfrontiert.
Wilfinger: „Die Gäste wollten wissen, was an tierischen Produkten, Elastin und Plazenta, da drinnen ist. Da ist er schon
in Argumentationsnotstand gekommen.“ Wannemacher: „Vor allem weil sie ja auch kein Fleisch zu essen gekriegt
haben. Nur ins Gesicht gepappt.“ Den Versuch, eine nachhaltige Creme anzurühren (das RINGANA Zahnöl kam erst
später dazu) starteten Wilfinger und Wannemacher im Keller des Hotels und scheiterten kläglich. Bis den beiden die
Idee kam, zugunsten natürlicher Produkte auf lange Haltbarkeit zu verzichten. Die Frischephilosophie von Ringana
bringt viele Vorteile. Neben der Einzigartigkeit auf dem Markt erspart Ringana sich und den Kunden „den tiefen Griff in
die Chemiekis te“, so Wilfinger. Zweitens können die Wirkstoffe deutlich höher dosiert werden.
Wilfinger:„Hightech-Kosmetik soll in erster Linie im antioxidativen
Bereich, also gegen die bekannten freien Radikale wirken. Diese
Antioxidantien haben aber an sich, dass sie selber rasch
oxidieren. Wenn man diesen Prozess verkürzt, weil die Haltbarkeit
verkürzt ist, kann man diese Stoffe höher dosieren.“ Drittens kann
Ringana Stoffe einsetzen, die so empfindlich sind, dass sie in lang
haltbarer Kosmetik gar nicht verwendet werden können.
Direktvertrieb, aber nicht Tupperware Aus der damit verbundenen
geringeren Haltbarkeit hat Ringana ebenfalls eine Tugend
gemacht und wirbt mit dem Slogan „haltbar bis _ _ _“.
Herkömmliche Kosmetika, die (durch entsprechende
Konservierungsstoffe) länger als 36 Monate haltbar sind,
müssen kein Ablaufdatum ausweisen. Die Produkte von
Ringana sind im Schnitt rund sechs Monate haltbar und
sollten geöffnet zwischen zwölf und 14 Wochen aufgebraucht
werden. Damit war das Produkt aber nicht im Handel zu
platzieren. Wilfinger: „In der Kosmetik sind Jahreschargen
üblich. Und die kommen erst über Zwischenhändler, bis sie
tatsächlich im Geschäft landen.“ Doch weil die Gäste in den
elterlichen Hotels derart von der Kosmetik begeistert waren,
entwickelte sich die Vertriebsform quasi von selbst: Die
Produkte wurden direkt versandt, und wer neue Kunden brachte,
bekam dafür eine Provision.
Wannemacher: „Die Hotelgäste waren begeistert von der Kosmetik und haben das zu Hause den Freundinnen,
Nachbarinnen, Kolleginnen erzählt. So ist unser Kundenstock immer mehr gewachsen.“ Auf heute rund 100.000 Kunden
- davon 88 Prozent Frauen, zwölf Prozent Männer und 70 Prozent Österreich, 30 Prozent Ausland - kommt Ringana, die
über Internet, E-Mail oder Telefon direkt in Hartberg bestellen und die von rund 4.000 Vertriebspartnern beraten und
betreut werden. Als klassischer Direktvertrieb wie Tupperware sieht sich Ringana aber nicht.
Wilfinger: „Ein klassischer Partyvertrieb wie Tupperware sind wir nicht, weil wir unsere Produkte selbst produzieren und
diese in 90 Prozent der Fälle auch selbst zu den Endkunden senden. Das Geschäft kommt immer zwischen uns und
dem Endkunden zustande.“ Wenn Vorwerk zweimal klingelt Diese „vielleicht sogar weltweit einzigartige Vertriebsform“,
so Wilfinger, rief auch Vorwerk, die Mutter aller Direktvertreiber, auf den Plan. 2006 meldeten sich die beiden
Geschäftsführer der Beteiligungstochter Vorwerk Ventures, Dirk Meurer und Norbert Muschong, erstmals bei Ringana.
Meurer: „Dass bei Ringana für die Vertriebspartner die Verprovisionierung gewährleistet ist, egal, ob der Kunde über
Internet bestellt oder über mich, war das, was uns neben der Produktphilosophie so gut gefallen hat.“ Und Muschong:
„Die Frische ist ein Riesen - USP. Kein Handelsgeschäft ist in der Lage, so ein Produkt anzubieten.“ Und obwohl sich
Vorwerk mit einer Minderheit zufrieden gibt, fiel Wilfinger die Entscheidung schwer, 20 Prozent der Ringana GmbH
abzutreten: „100 Prozent sind 100 Prozent. Wir hatten die Wahl. Wollen wir alleine langsam wachsen, was auch okay
ist, oder wollen wir richtig durchstarten. Und wir haben für uns entschieden, wir wollen noch mal richtig durchstarten.“ Mit
einem Wachstum von 42 Prozent 2008 und einem Plus von 29 Prozent im letzten Jahr ist das gelungen. Heuer will
Wilfinger ein Plus von 40 Prozent schaffen. Und bis 2012 soll Ringana auf „10.000 Vertriebsmitarbeiter und 25 Millionen
Euro Umsatz“ kommen. In diesem Sinne war die Entscheidung, Vorwerk an Bord zu nehmen, für Wilfinger rückblickend
zwar eine schwierige, aber eine goldrichtige: „Gerade in Zeiten wie diesen weiß ich nicht, ob so ein ambitioniertes
Wachstum ohne einen Partner überhaupt möglich wäre. Bei Vorwerk kommt dazu der große Vorteil, dass abseits vom
frischen Eigenkapital Vorwerk so etwas wie ein Sparring- Partner ist.“ Und so einer hält ja bekanntlich auch frisch.
So funktioniert der Ringana-Vertrieb
Doris Uehlein, 46, Immobilientreuhänderin aus Wien,
war auf der Suche nach Kosmetik, die nachweislich
auf Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe verzichtet.
Über die Bekannte eines Freundes stieß sie
auf Ringana. Diese war bereits seit einiger Zeit
begeisterte Vertriebspartnerin. Von ihr wurde sie
beraten, betreut und als Kundin bei Ringana namhaft
gemacht. Wilfinger: „Wenn Sie als Vertriebspartner
eine Kundin bekannt machen, gehört diese einen
gewissen Zeitraum Ihnen.“ Sechs Monate, wenn sie
nichts bestellt, mehr oder weniger unbefristet, wenn
sie kauft. Uehlein hat gekauft: „Mir hat die ganze
Produktphilosophie von Ringana sofort gefallen.
Viele behaupten, dass ihre Kosmetik tierversuchsfrei
und vegan ist, stimmen tut es aber nur bei wenigen.“
Und da sie mit ihrer Begeisterung für Ringana nicht
hinterm Berg hielt, ist sie mittlerweile selbst zum
Vertriebspartner avanciert. Uehlein: „Das war eigentlich
nicht geplant. Über berufliche Kontakte und Freunde
habe ich einige für Ringana begeistert und verdiene
sogar schon ein kleines Taschengeld damit.“ Uehlein steht als Ringana Vertriebspartnerin noch am Anfang, Wilfinger
versichert jedoch, dass man durchaus gutes Geld verdienen kann: „Die Spitzenverdiener verdienen wirklich mehr als
ich.“ Die Provisionen liegen - gestaffelt - zwischen 17 und 40 Prozent vom Endkundenpreis ohne Umsatzsteuer.
Wilfinger: „Das entspricht den üblichen Spannen im Handel.“ Und „ist mehr als bei den meisten Mitbewerbern“, so
Uehlein. Für Teambuilder, die neue Vertriebspartner finden und diese auch schulen, gibt es eigene Provisionen.
Investitionskosten für den Vertriebspartner fallen so gut wie keine an. Prospekte und Broschüren kommen von Ringana,
und ein regelmäßig erscheinendes Kundenmagazin wird ebenfalls direkt verschickt. Das Risiko für den Partner ist
minimal, da Bestellung, Versand und Verrechnung direkt zwischen Kunde und Ringana abgewickelt werden, und zwar
auch dann, wenn man wie mittlerweile auch Uehlein eine eigene Homepage betreibt.
Haben auch Sie Interesse Ringana Partner zu werden? Weitere Informationen finden Sie hier.
Quellennachweis:
Zeitschrift Gewinn 3/2010
Artikel von FRIEDRICH RUHM